Unser Selbstbewusstsein und das duale Denken

Vor dem Fenster sehe ich die Blätter an den Bäumen in ihren herbstlich gelb-rot-braunen Farben. Ein schöner Anblick, ich kann mich daran erfreuen, wie sie leicht im Wind hin und her schwingen, wie die fallenden Regentropfen sie manchmal zu kleinen zitternden Bewegungen bringen, es erfreut mein Herz.

Schöne neue duale Welt

Ganz anders die Bildschirme meines Computers vor mir auf dem Schreibtisch. Deren Welt ist zweidimensional, dual. Es gibt nur ja-nein, richtig-falsch. Der Computer beherrscht uns. Wenn wir bestimmte Schritte eines Programmes nicht schaffen, sind wir die Dummen. Der Computer kann es, wir sind es, die ihn nicht bedienen können. Und dieser kleine Knacks im Selbstbewusstsein bestimmt unsere gesamte Welt. Das betrifft nicht nur unser vom Computer geprägtes Denken, sondern auch unser Empfinden, unsere Emotionen. Natürlich sind die Errungenschaften des modernen Denkens, die sich in Computern, Autos und entsprechenden Organisationsstrukturen zeigen, eine große Bereicherung und Voraussetzung für unsere heutige Lebensweise.

Duales Denken bestimmt

Aber immer mehr gilt das duale Denken als Maßstab, die Zähl- und Messbarkeit als wichtigstes Kriterium. Und damit hat die sogenannte Wirtschaftlichkeit in den meisten Bereichen die Führung übernommen. Geld bestimmt die Welt so total, wie wir es uns vor Jahren überhaupt nicht vorstellen konnten. Alles, glauben wir, ist messbar, zählbar und in mathematischen Formeln und damit als Geldwert darstellbar. Und dieser Kontrollwahn ist unmenschlich, er zerstört das Selbstbewusstsein und Lebensglück von sehr vielen Menschen, die sich nur noch als kleine bedeutungslose Nummer in einem großen allmächtigen System der Zuteilung empfinden.

Tanzende Schneeflocken

Wie können wir die Abtrennung von unserem Ich, von unserem Wesen und von unserer Verbindung mit der Natur überwinden? Probieren Sie es doch einmal aus, indem Sie sich, wie eingangs geschildert, an der Natur erfreuen. Beobachten Sie amüsiert, wie (demnächst wieder) die Schneeflocken durch die Luft tanzen, vielleicht sogar im Sonnenschein glitzern, wie die Landschaft ihren Charakter spielerisch verändert, wenn sie von einer Schneeschicht bedeckt ist, oder wie ein Eichhörnchen lustig um den Stamm einer großen alten Eiche tobt. Indem wir unsere Sinne aktivieren, aktivieren wir auch den Kontakt zu uns selber, zu unserem Empfinden, zu unseren Emotionen. Indem ich mich an der Welt um mich herum erfreue, gewinnt diese und damit ich selbst an Bedeutung. Das ist ein Weg, ein sehr schöner für jeden von uns möglicher Weg, heraus aus der schwarz-weiß-Malerei des dualen Denkens und hinein in eine bunte vieldimensionale und lebendige Welt.

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Ein Kommentar

  1. Am 23. September 2017 um 21:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

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